Glossar zum Verfestigungsstrahlen: 50 Begriffe für Technik und Einkauf

Fünfzig gelenkte Begriffe zur Trennung von Prozesseingängen, Almen-Verifizierung, Bedeckungsgrad, Strahlmittelzustand, Bauteilergebnissen und Qualitätsaufzeichnungen

Ein brauchbares Glossar verhindert, dass Begriffe Aussagen tragen, die sie nicht belegen. Intensität ist nicht Bedeckungsgrad, Bogenhöhe ist keine Bauteileigenspannung, Exposition ist keine Intensität und Betriebsmischung ist kein Neustrahlmittel. Die folgenden Arbeitsdefinitionen unterstützen die Kommunikation; für die Abnahme bleiben Zeichnung, Vertrag und vollständige aufgerufene Spezifikation maßgebend.

Begriffslandkarte zum Verfestigungsstrahlen mit Prozesseingängen Verifizierung Bauteilergebnissen und Aufzeichnungen
Abbildung 1. Forderungen werden klarer, wenn Prozesseingänge, Verifizierungsgrößen, Bauteilergebnisse und Aufzeichnungen nicht als Synonyme verwendet werden.

Prozess- und Förderbegriffe

Nr. Begriff Arbeitsdefinition
1 Verfestigungsstrahlen Gelenkte Auftreffbehandlung zur Veränderung des oberflächennahen Zustands, üblicherweise zum Einbringen von Druckeigenspannungen; nicht allein durch Reinigung definiert.
2 Reinigungsstrahlen Strahlen, das hauptsächlich zum Reinigen, Entzundern oder Vorbereiten einer Oberfläche festgelegt ist; nicht automatisch kontrolliertes Verfestigungsstrahlen.
3 Strahl Bewegte Strahlmittelpopulation, die unter definierten Anlagen- und Prozessbedingungen auf das Ziel geführt wird.
4 Druckluftstrahlen Verfestigungsstrahlen, bei dem Druckluft das Strahlmittel durch eine Düse beschleunigt.
5 Schleuderrad-Verfestigungsstrahlen Verfestigungsstrahlen mit einem rotierenden Schleuderrad; nicht automatisch mit Druckluftstrahlen austauschbar.
6 Strahlmittel Qualifizierte Partikel für kontrollierte Auftreffvorgänge, etwa festgelegte metallische, Glas- oder Keramikmedien.
7 Strahlkorn Einzelpartikel des Strahlmittels; Werkstoff, Größe, Härte, Form und Zustand sind relevant.
8 Auftreffwinkel Winkel zwischen Partikelbahn und örtlicher Bauteilfläche nach der angegebenen Konvention.
9 Düsenabstand Gelenkter Abstand zwischen Düse oder definiertem Strahlursprung und Ziel- oder Verifizierungsfläche.
10 Expositionszeit Dauer, während der eine Stelle unter definierter Bewegung und Prozessbedingung den Strahl erhält.

Tabelle 1. Begriffe 1 bis 10 beschreiben Prozesszweck, Strahl und Fördergeometrie.

Begriffe zu Almen-Intensität und Sättigung

Nr. Begriff Arbeitsdefinition
11 Almen-Probestreifen Standardisierter Stahlstreifen zur Bestimmung und Verifizierung der Strahlintensität mit festgelegtem Halter und Messgerät.
12 A-Streifen Almen-Streifenbezeichnung für einen anwendbaren mittleren Antwortbereich; Auswahl nach Forderung und erwarteter Intensität.
13 N-Streifen Dünnere Almen-Streifenbezeichnung für niedrigere Antwortbereiche als A; Werte verschiedener Bezeichnungen sind nicht direkt austauschbar.
14 C-Streifen Dickere Almen-Streifenbezeichnung für höhere Antwortbereiche als A; nur nach Forderung oder technischer Begründung verwenden.
15 Almen-Streifenhalter Standardisierte Vorrichtung, die den Streifen während der Exposition in geforderter Lage spannt.
16 Almen-Messgerät Messgerät zur Bestimmung der Bogenhöhe eines exponierten Almen-Streifens nach anzuwendendem Verfahren.
17 Bogenhöhe Gemessene Krümmungsreaktion des exponierten Streifens; keine Bauteileigenspannung.
18 Sättigungskurve Angepasste Beziehung zwischen Bogenhöhe und Exposition zur Bestimmung von Sättigung und Intensität.
19 Sättigung Nach maßgebendem Verfahren aus der gültigen Kurve bestimmter Punkt, üblicherweise mit Verdopplungskriterium; kein Bauteilbedeckungsgrad.
20 Almen-Intensität Bogenhöhe am Sättigungspunkt, angegeben mit Streifenbezeichnung und anzuwendender Einheit oder Konvention.

Tabelle 2. Begriffe 11 bis 20 beschreiben standardisierte Strahlverifizierung und werden nicht direkt in Bauteileigenspannung umgerechnet.

Almen-Streifen Halter Messgerät Bogenhöhe Sättigungskurve Intensität und Bedeckungsgrad als Fachbegriffe
Abbildung 2. Almen-Streifenreaktion, Sättigung und Intensität beschreiben die Strahlverifizierung; der Bedeckungsgrad beschreibt Auftreffspuren auf der festgelegten Fläche.

Begriffe zu Bedeckungsgrad, Bewegung und Schutz

Nr. Begriff Arbeitsdefinition
21 Bedeckungsgrad Ausmaß der Auftreffspuren auf der festgelegten Fläche bei Bewertung mit freigegebener Methode.
22 100 % Bedeckungsgrad Vollständige Bedeckung der geforderten Fläche ohne sichtbare ungestrahlte Bereiche nach freigegebener Bewertungsmethode.
23 200 % Bedeckungsgrad Wenn so festgelegt, Gesamtexposition gleich dem Doppelten der für 100 % benötigten Zeit; keine Aussage über zwei physische Schichten.
24 Verweilzeit Zeit, in der der Strahl ohne normale Vorschub- oder Scanbewegung über einer Stelle bleibt.
25 Vorschubgeschwindigkeit Gelenkte lineare Relativgeschwindigkeit von Düse, Schleuderrad-Strahlbild oder Bauteil zur Fläche.
26 Drehzahl Gelenkte Winkelgeschwindigkeit von Bauteil oder Fördereinrichtung während der Exposition.
27 Strahlbildüberlappung Geplante Überlappung benachbarter Durchgänge zur Vermeidung von Lücken oder übermäßiger örtlicher Verweilzeit.
28 Maskierung Qualifizierter physischer Schutz zur Vermeidung oder Begrenzung des Auftreffens auf einer Ausschlussfläche.
29 Nichtstrahlbereich Durch Zeichnung, Spezifikation oder Prozessplan ausdrücklich vom Strahlen ausgeschlossene Fläche.
30 Übergangszone Gelenkte Grenze zwischen behandelter und ausgeschlossener Fläche einschließlich zulässigem Auslauf oder Toleranz.

Tabelle 3. Begriffe 21 bis 30 beschreiben Auftreffspuren, Expositionsbewegung und Behandlungsgrenzen.

Strahlmittel- und Anlagenbegriffe

Nr. Begriff Arbeitsdefinition
31 Strahlmittelgröße Festgelegte Größenbezeichnung und verifizierte Verteilung; die Nenngröße beschreibt nicht jedes Einzelkorn.
32 Strahlmittelform Rundheit und Fehlerzustand einschließlich unzulässiger länglicher, scharfer oder gebrochener Formen nach Forderung.
33 Strahlmittelhärte Härtebereich des Strahlmittels, gemessen und gelenkt nach anzuwendender Spezifikation oder Methode.
34 Betriebsmischung Strahlmittelpopulation in der Anlage aus gelenkter Zugabe, Nutzung, Verschleiß, Klassierung und Austrag.
35 Neustrahlmittel Ungebrauchtes Strahlmittel, das vor Eintritt in die Anlage die Beschaffungsforderung erfüllt.
36 Gebrochenes Korn Strahlmittelbruchstück oder gebrochener Partikel, der Auftreffverhalten und Schadensrisiko verändern kann.
37 Strahlmittelverunreinigung Unerwünschter Fremdstoff, falsches Strahlmittel oder unverträglicher Übertrag im System.
38 Klassierer / Separator Anlage zur Trennung oder Entfernung von Partikeln nach Größe, Form, Dichte oder anderem gelenkten Merkmal.
39 Strahlmitteldurchsatz / Massenstrom Pro Zeiteinheit geförderte Strahlmittelmasse; von Luftvolumenstrom und Luftdruck zu unterscheiden.
40 Düsen- oder Schleuderradgeschwindigkeit Gelenkte Fördereinstellung, die Partikelgeschwindigkeit und Strahl beeinflusst, aber allein keine Intensität definiert.

Tabelle 4. Begriffe 31 bis 40 beschreiben die Strahlmittelpopulation und das gelenkte Fördersystem.

Begriffe zu Bauteilantwort und Qualität

Nr. Begriff Arbeitsdefinition
41 Druckeigenspannung Nach Entfernen äußerer Lasten vorhandene Druckspannungskomponente an definierter Stelle und Richtung.
42 Eigenspannungstiefenprofil Eigenspannungswerte über der Tiefe für angegebene Stelle, Richtung, Methode und Abtragsverfahren.
43 Oberflächenrauheit Oberflächentexturgröße mit ausgewähltem Kennwert, Filter, Grenzwellenlänge oder Messstrecke und Richtung.
44 Oberflächenintegrität Gesamtzustand von Oberfläche und Randzone einschließlich Fehlern, Textur, Gefüge, Härte und Eigenspannung, soweit relevant.
45 Kaltverformung Plastische Verformung mit Gefügeänderung ohne durchgreifende Wärmebehandlung; der Messindikator ist zu benennen.
46 Verzug Durch Bearbeitung verursachte oder sichtbar gewordene Maß- oder Formänderung; örtlich oder global möglich.
47 Qualifizierung Dokumentierter Nachweis, dass eine definierte Konfiguration festgelegte Prozess- und Bauteilforderungen erfüllen kann.
48 Requalifizierung Erneute Qualifizierung nach Änderung, Unterbrechung oder Bedingung aus maßgebender Forderung oder freigegebenem Prüfplan.
49 Rückverfolgbarkeit Verknüpfung von Bauteil- und Losidentität mit Forderungen, Anlage, Strahlmittel, Vorrichtung, Programm, Prüfungen und Freigabe.
50 Nichtkonformität Nichterfüllung einer festgelegten Forderung; die Entscheidung folgt dem befugten Qualitätssystem.

Tabelle 5. Begriffe 41 bis 50 beschreiben Bauteilzustand, Qualifizierung und Aufzeichnungen statt Maschineneinstellungen.

Fachbegriffe zu Strahlmitteln Anlagen Oberflächenintegrität Qualifizierung und Rückverfolgbarkeit
Abbildung 3. Strahlmittelzustand, Anlagenkonfiguration, Oberflächenintegrität und Rückverfolgbarkeit benötigen eigene gelenkte Begriffe.

Welche Begriffe dürfen nicht synonym verwendet werden?

Häufig verwechselte Begriffe Richtige Abgrenzung
Intensität und Bedeckungsgrad Intensität kennzeichnet den verifizierten Strahl; Bedeckungsgrad bewertet Auftreffspuren auf der Bauteilfläche.
Bogenhöhe und Eigenspannung Bogenhöhe ist die Almen-Streifenreaktion; Bauteileigenspannung ist eine orts- und richtungsspezifische Werkstoffgröße.
Exposition und Intensität Exposition ist Zeit- oder Durchgangshistorie; Intensität stammt aus einem gültigen Sättigungskurvenverfahren.
Betriebsmischung und Neustrahlmittel Betriebsmischung ist die genutzte Anlagenpopulation; Neustrahlmittel ist der Beschaffungseingang.
Verfestigungsstrahlen und Reinigungsstrahlen Verfestigungsstrahlen ist eine gelenkte Oberflächenverbesserung; Reinigungsstrahlen kann nur Reinigung oder Vorbereitung bezwecken.
Qualifizierung und Serienfreigabe Qualifizierung belegt die Fähigkeit einer Konfiguration; Freigabe prüft das tatsächliche Los gegen genehmigte Forderungen.

Tabelle 6. Diese Abgrenzungen vermeiden häufige Fehler in Spezifikation, Einkauf und Audit.

Wie wird das Glossar in Zeichnung oder Anfrage genutzt?

Zuerst werden gefordertes Ergebnis und maßgebende Stelle definiert, dann Prozesseinstellungen. Eine vollständige Forderung nennt Bauteil und Revision, Werkstoff und Wärmebehandlung, Behandlungs- und Ausschlusszonen, Norm und Revision, Streifenbezeichnung und Intensität, Bedeckungsgraddefinition, Strahlmittel, Oberflächen- und Maßgrenzen, Aufzeichnungen und Abweichungsbefugnis.

Isolierte Formulierungen wie „vollständig gestrahlt“, „hohe Intensität“, „Standardstrahlmittel“ oder „leicht strahlen“ definieren weder messbaren Prozess noch Abnahme. Verwendet ein Kunde einen anderen etablierten Begriff, bleibt der Vertragswortlaut erhalten und wird durch gelenkte Klärung ergänzt.

Häufig gestellte Fragen

Sind Verfestigungsstrahlen und Reinigungsstrahlen Synonyme?

Nein. Reinigungsstrahlen dient häufig Reinigung oder Vorbereitung, während kontrolliertes Verfestigungsstrahlen definierte Prozessverifizierung und Bauteilabnahme benötigt.

Sind Intensität und Bedeckungsgrad dasselbe?

Nein. Intensität wird aus Almen-Streifenreaktion und Sättigung bestimmt; der Bedeckungsgrad beschreibt Auftreffspuren auf der festgelegten Fläche.

Ist die Bogenhöhe die Eigenspannung im Bauteil?

Nein. Die Bogenhöhe ist die standardisierte Streifenreaktion. Bauteileigenspannung benötigt eine definierte Messung an angegebener Stelle und Richtung.

Bedeutet 200 % Bedeckungsgrad zwei Beschichtungsschichten?

Nein. Wenn die Forderung diese Definition nutzt, bedeutet es die doppelte Expositionszeit gegenüber der für 100 % benötigten Zeit.

Ist die Betriebsmischung gleich dem Neustrahlmittel?

Nein. Die Betriebsmischung ist die umlaufende Anlagenpopulation aus Zugabe, Verschleiß, Klassierung und Austrag.

Kann Maschinendruck als Intensität bezeichnet werden?

Nein. Druck ist ein pneumatischer Eingang. Die Intensität wird durch das anzuwendende Almen-Sättigungsverfahren verifiziert.

Welcher deutsche Begriff ist für shot peening bevorzugt?

In dieser Serie wird der präzise Industriebegriff Verfestigungsstrahlen verwendet. Kugelstrahlen ist keine allgemeingültige Übersetzung, weil auch nichtmetallische Strahlmittel verwendet werden und der Begriff mehrdeutig sein kann.

Welches Dokument entscheidet bei abweichenden Definitionen?

Zeichnung, Vertrag, aufgerufene Spezifikation und Kundenanforderung sind maßgebend. Widersprüche werden vor der Bearbeitung dokumentiert und geklärt.

Die wichtigsten Punkte

  • Verfestigungsstrahlen nur für den gelenkten Verbesserungsprozess verwenden, nicht als allgemeinen Namen für Strahlen.
  • Almen-Intensität, Bedeckungsgrad, Exposition und Bauteileigenspannung trennen.
  • Streifenbezeichnung mit Intensität und Bewertungsmethode mit Bedeckungsgrad angeben.
  • Betriebsmischung unabhängig von der Neustrahlmittelbeschaffung beschreiben.
  • Bauteilantwort nach Stelle, Richtung, Methode und Abnahmeverantwortung definieren.
  • Terminologiekonflikte durch gelenkte Vertragsunterlagen entscheiden.

Weiterführende Leitfäden von SP Center

Technische Quellen

1. SAE J2441_202511: Shot Peening, stabilized November 2025

2. SAE AMS2430U: Shot Peening, revised April 2018

3. SAE AMS2431E: Peening Media, General Requirements, revised April 2023

4. SAE J442_202602: Tools for Peening Intensity Determination and Verification, revised February 2026

5. SAE J443_202512: Procedures for Determining and Verifying Peening Intensity, revised December 2025

6. SAE J2277_202301: Shot Peening Coverage Determination, revised January 2023

7. SAE ARP7488: Peening Design and Process Control Guidelines, issued January 2018

Hinweis zu Normen: Arbeitsdefinitionen unterstützen die Kommunikation, geben aber nicht jede normative Klausel wieder. Es gilt die vollständige gelenkte Revision des Auftrags.

Autor: Paweł Kmieć

Klären Sie eine Forderung zum Verfestigungsstrahlen mit SP Center: +48 519 772 773 | [email protected]