Vollständigen Profil- oder Flächenmessoperator beherrschen, bevor Ra, Rz, Sa oder Sz an einer verfestigungsgestrahlten Oberfläche verglichen werden
Rauheitsdaten nach dem Verfestigungsstrahlen sind nur vergleichbar, wenn Kennwertnorm, Profil- oder Flächenverfahren, Messgerät, Auflösung, Filterung, Auswertestrecke oder -fläche, Richtung, Messort, Formentfernung und Prozesszustand kontrolliert werden. Ein alleinstehender Ra- oder Rz-Wert ist unvollständig. Er belegt weder Intensität und Bedeckungsgrad noch Eigenspannung oder Ermüdungsverhalten.

Ausgangspunkt sind Zeichnung und Verifikationsoperator
Zuerst werden Funktionsfläche, Prozesszustand und vollständige herangezogene Oberflächentexturspezifikation bestimmt. Die aktuelle ISO-Profilpraxis verteilt Angabe, Kennwertdefinition und Spezifikationsoperator auf die Reihe ISO 21920. Für flächenhafte Textur gilt die Reihe ISO 25178. Ältere Zeichnungen können zurückgezogene Dokumente heranziehen; die vertragliche Revision ist deshalb zu lesen und nicht stillschweigend zu ersetzen.
Der vollständige Spezifikations- und Verifikationsoperator legt fest, wie Form und Welligkeit getrennt werden, welcher Kennwert berechnet wird, wo und in welcher Richtung Daten aufgenommen werden und wie die Abnahme erfolgt. Fehlen Angaben oder widersprechen sie sich, wird vor der Messung eine kontrollierte Klärung eingeholt.
Was beschreiben Ra, Rz, Sa und Sz?
Ra und Rz sind Profilkennwerte, Sa und Sz Flächenkennwerte. Ra und Sa beschreiben in ihrer jeweiligen Datenstruktur arithmetische Mittelwertkenngrößen; Rz und Sz sind Höhenkenngrößen nach den herangezogenen Definitionen. Ein gleichartiges Symbol macht Profil und Fläche nicht gleichwertig.
Verfestigungsgestrahlte Oberflächen enthalten häufig überlappende Aufprallmulden, verbleibende Bearbeitungsrichtung und einzelne steile Spitzen oder Täler. Ein Mittelwert kann bestehen, obwohl eine örtliche Überwalzung oder ein scharfer Eindruck unzulässig ist. Die Kennwertauswahl folgt deshalb der Funktionsfrage und ergänzt die örtliche Oberflächenintegritätsprüfung.
Ist eine Profil- oder Flächenmessung richtig?
| Messweg | Stärke bei gestrahlten Oberflächen | Qualifizierungsfrage |
|---|---|---|
| Taktiles Profil | Direkte Profillinie mit etablierten Profilkennwerten und breiter industrieller Anwendung | Tastspitzenradius, Kraft, laterale Auflösung, Bezugssystem, Zugang, Krümmung und Messrichtung können steile Merkmale glätten oder verzerren |
| Optisches Profil | Berührungslose Linie kann empfindliche Flächen erfassen und eine hohe Datendichte liefern | Reflexion, Neigung, Abschattung, Fokus, laterale Auflösung und Behandlung ungültiger Punkte beeinflussen das Ergebnis |
| Optische Flächentopografie | Zeigt räumliche Verteilung, Einzelmerkmale und gerichtete Textur in einer Fläche | Ausrichtung, Formentfernung, Zusammenfügen von Messfeldern, Ausreißerentfernung, Interpolation und Flächenfilter müssen beherrscht werden |
| Taktile Flächentopografie | Liefert taktile Flächendaten und erlaubt das Ableiten von Profilen aus dem Messfeld | Aufnahmezeit, Tastgeometrie, Kraft, Punktabstand und Zugang begrenzen den Einsatz an kritischen oder gekrümmten Teilen |
| Abformung mit anschließender Messung | Kann Zugang schaffen, wenn das Bauteil nicht in das Messgerät passt | Abformmaterial, Aushärtung, Schrumpfung, Ablösen, Merkmalsübertragung und Korrelation erhöhen die Unsicherheit |
| Mikroskopie für örtliche Schäden | Kann Überwalzungen, scharfe Eindrücke und einzelne Oberflächenanomalien zeigen | Ergänzt einen vorgeschriebenen quantitativen Texturoperator, ersetzt ihn aber nicht automatisch |
Tabelle 1. Die Methodenwahl richtet sich nach vorgeschriebenem Kennwert, Merkmal, Zugang und erforderlicher räumlicher Information.
Ein Profil kann ausreichen, wenn die Zeichnung einen Profil-Spezifikationsoperator fordert und die Linie die Oberfläche repräsentiert. Flächentopografie kann räumliche Streuung und Einzelmerkmale zeigen, jedoch nur bei geeigneter Auflösung, Ausrichtung, Filterung und Regelung ungültiger Daten. Mehr Datenpunkte bedeuten nicht automatisch eine genauere Entscheidung.

Warum unterscheiden sich taktile und optische Ergebnisse?
Ein Taster folgt der Oberfläche mechanisch mit endlicher Tastspitze und Kraft. Schmale Täler können für die Spitze unzugänglich sein; steile Merkmale werden gegebenenfalls überbrückt. Optische Systeme reagieren auf Fokus, Reflexion, Neigung und Sensorprinzip; tiefe oder abgeschattete Bereiche können ungültige Punkte erzeugen.
Bei beiden Wegen müssen laterale und vertikale Auflösung für die relevante Textur ausreichen. Werden zwei Verfahren für dieselbe Abnahme verwendet, ist ihre Korrelation über tatsächlichen Werkstoff, Topografie und Kennwertbereich nachzuweisen; nominelle Geräteauflösung genügt nicht.
Wie verändern Filterung und Auswertestrecke das Ergebnis?
Profil- und Flächenoperatoren trennen Form, Welligkeit und Rauheit über festgelegte räumliche Skalen. Änderungen an Filter, Verschachtelungsindex oder Grenzwellenlänge, Auswertestrecke, Randbehandlung oder Formentfernung verändern die in den Kennwert eingehenden Merkmale. Ergebnisse verschiedener Operatoren sind nicht automatisch vergleichbar.
Der Filter wird nicht erst nach Sichtung des Ergebnisses ausgewählt. Der Operator wird bei der Qualifizierung festgeschrieben und in der Serie unverändert angewendet. Verwendet eine ältere Zeichnung historische Begriffe, wird ihre Umsetzung in der verfügbaren Messsoftware dokumentiert und freigegeben.
Wie werden Messort, Richtung und Krümmung beherrscht?
Jede Linie oder Fläche wird von Bauteilbezügen aus definiert. Soweit relevant, wird die Richtung relativ zu Bearbeitungsrichtung, Strahlbahn, Lastrichtung und Merkmalgeometrie angegeben. Gekrümmte Flächen benötigen eine begründete Ausrichtung oder Formentfernung: Eine zu starke Anpassung kann echte Topografie entfernen, eine unzureichende Entfernung Bauteilform in den Rauheitswert eintragen.
Kanten, Bohrungen, Maskierungsbereiche oder geschädigte Stellen dürfen nur bei ausdrücklicher Erlaubnis ausgeschlossen werden. Eine bequeme ebene Fläche repräsentiert keinen kritischen Radius oder ungünstigsten Zugang ohne Korrelation.
| Fehlerquelle | Mögliche Ergebnisänderung | Erforderliche Lenkung |
|---|---|---|
| Falsche oder unvollständige Kennwertdefinition | Dasselbe Symbol kann nach unterschiedlichen älteren oder aktuellen Regeln ausgelegt werden | Vollständige herangezogene Norm, Kennwertfamilie und Spezifikationsoperator angeben |
| Unterschiedliche Filter oder Auswertestrecken | Form-, Welligkeits- und Rauheitsanteile werden anders getrennt | Gegebenenfalls Grenzwellenlängen oder Verschachtelungsindizes, Auswertestrecke und Randbehandlung festschreiben |
| Unterschiedliche Messrichtung | Verbleibende Bearbeitungsrichtung und anisotrope Strahltopografie erzeugen verschiedene Profile | Richtung relativ zu Bezügen, Bearbeitungsrichtung, Lastpfad oder Merkmal festlegen |
| Krümmung oder Form unterschiedlich entfernt | Ausrichtung kann echte Textur entfernen oder makroskopische Form beibehalten | Bezug, Formentfernungsmodell, Anpassungsbereich und Ausschlusszonen definieren |
| Unzureichende laterale oder vertikale Auflösung | Schmale Täler und scharfe Spitzen werden gerundet, übersehen oder abgeschnitten | Messgeräteantwort nachweisen und geeignete Tastspitze, Objektiv, Abtastabstand und Messbereich wählen |
| Optisch ungültige Punkte oder Spitzenentfernung | Interpolation oder Ausreißerentfernung kann echte tiefe Merkmale unterdrücken | Rohdaten erhalten, Anteil gültiger Daten berichten und Korrekturregeln beherrschen |
| Nur ein bequemer Messort | Örtlicher Schaden oder die ungünstigste Zugangszone bleibt unentdeckt | Zeichnungsbezogene Messorte und einen Stichprobenplan für kritische und veränderliche Bereiche verwenden |
Tabelle 2. Häufige messtechnische Änderungen verschieben den berichteten Wert, obwohl der Strahlprozess unverändert bleibt.
Wie werden Geräteeignung und Unsicherheit nachgewiesen?
Das Messgerät wird mit geeigneten Maßverkörperungen und Verfahren verifiziert oder kalibriert. Anschließend werden Messbereich, Auflösung, Rauschen, Linearität und Wiederholbarkeit für die tatsächliche Messaufgabe bestätigt. ISO 25178-600 und ISO 25178-700 bieten aktuelle Rahmen für Eigenschaften und Verifizierung flächenhaft messender Geräte. ISO 25178-601:2025 behandelt taktile Messgeräte und ersetzt die zurückgezogene ISO 3274:1996.
Messunsicherheit umfasst mehr als die Gerätekalibrierung. Messort, Oberflächenstreuung, wiederholtes Einrichten, Richtung, Filterung, Bediener, Tastspitze oder Objektiv, Umgebung und Datenkorrektur können beitragen. Ist Unsicherheit für die Konformität relevant, wird die Entscheidungsregel angegeben.

Was gehört in einen Freigabemessbericht?
| Berichtsfeld | Mindestinhalt | Bedeutung |
|---|---|---|
| Anforderung | Zeichnung und Revision, Oberfläche, Prozesszustand, Norm und Kennwert mit Abnahmeregel | Kennzeichnet die vertragliche Fragestellung |
| Messort und Richtung | Bezugsbasierte Koordinaten, Merkmal, Linien- oder Flächenorientierung und Ausschlussbereiche | Ermöglicht vergleichbare Wiederholungsmessungen |
| Messgerät | Hersteller, Modell, Sensor oder Taster, Tastspitze oder Objektiv, Messbereich und Softwarestand | Definiert die physikalische Aufnahmekette |
| Auswerteoperator und Einstellungen | Filter oder Verschachtelungsindizes, Auswertestrecke oder -fläche, Abtastabstand, Ausrichtung, Formentfernung und Korrekturregeln | Definiert die Umwandlung der Rohdaten in den berichteten Kennwert |
| Metrologischer Status | Verifizierungs- oder Kalibrierstatus, Referenzmaß, Datum und gegebenenfalls Umgebungsbedingungen | Stützt Rückführbarkeit und Eignung des Messgeräts |
| Ergebnisse | Einzelwerte, Zusammenfassungsregel, Einheit, Wiederholbarkeit und gegebenenfalls Messunsicherheit | Verhindert, dass ein Mittelwert örtliche oder messtechnische Streuung verdeckt |
| Daten und Disposition | Gegebenenfalls Rohprofile oder Topografien, Anomalien, ungültige Daten, Abweichung und Freigabestelle | Erhält Prüfpfad und ermöglicht Neubewertung |
Tabelle 3. Der Bericht muss einem anderen fachkundigen Labor ermöglichen, die Entstehung des Werts nachzuvollziehen.
Einzelmessungen werden neben jeder autorisierten Zusammenfassung angegeben. Ein Mittelwert ohne Maximum, Minimum, Messort oder Protokoll ungültiger Daten kann einen örtlichen Fehler verdecken. Rohprofile oder Topografien bleiben erhalten, wenn Qualitätsplan oder Untersuchung eine spätere Neubewertung verlangt.
Wie wird ein Messsystem übertragen oder geändert?
Ein Wechsel von Messgerät, Sensor, Tastspitze, optischem Objektiv, Software, Filterumsetzung, Vorrichtung, Messortprogramm oder Datenbereinigung kann Ergebnisse verändern. Der bisherige und der neue Messweg werden auf repräsentativen gestrahlten Oberflächen verglichen; systematische Abweichung, Wiederholbarkeit und Grenzen werden vor der Serienanwendung dokumentiert.
Eine Messabweichung darf nicht durch Änderung des Strahlprozesses korrigiert werden, bevor Messtechnik, Eingangsoberfläche und örtliche Stichprobe getrennt wurden. Die Produktdisposition erfolgt über die zuständige Qualitäts- und Konstruktionsstelle.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich Ra und Rz nach dem Verfestigungsstrahlen?
Ra und Rz sind unterschiedliche Profilkennwerte, die durch herangezogene Norm und Operator definiert werden. Ra beschreibt eine arithmetische Mittelwertkenngröße, Rz eine Höhenkenngröße. Keiner der Werte beschreibt allein örtliche Schäden oder die vollständige Flächentextur.
Dürfen Rz-Werte aus verschiedenen Zeichnungen oder Normen verglichen werden?
Nicht allein anhand des Symbols. Ältere und aktuelle Normen können Rz unterschiedlich definieren oder auswerten. Erst vollständige Norm, Filter, Auswertestrecke, Richtung und Messbedingungen vergleichen.
Soll eine Tastschnittlinie quer zur Bearbeitungsrichtung verlaufen?
Die erforderliche Richtung richtet sich nach der technischen Fragestellung und muss festgelegt sein. Verfestigungsstrahlen kann die vorherige Bearbeitungsrichtung mindern, aber nicht zwangsläufig beseitigen; verschiedene Richtungen sind daher nicht automatisch gleichwertig.
Ist der Flächenkennwert Sa gleichwertig mit dem Profilkennwert Ra?
Nein. Beide werden aus unterschiedlichen Datenstrukturen und Operatoren bestimmt. Eine Korrelation ist für die tatsächliche Oberfläche und Funktionsentscheidung nachzuweisen.
Darf ein optisches Messgerät einen Taster ersetzen?
Nur nach nachgewiesener Eignung und Korrelation. Steile Flanken, Reflexion, Auflösung und Behandlung ungültiger Daten können zu unterschiedlichen optischen und taktilen Ergebnissen führen.
Wie viele Rauheitsmessungen sind erforderlich?
Maßgebend sind Zeichnung, Spezifikation oder qualifizierter Stichprobenplan. Der Plan muss Prozessstreuung und kritische Messorte abdecken, statt eine bequeme Linie als universellen Nachweis zu verwenden.
Belegt eine Kalibrierung allein die Gültigkeit der Messung?
Nein. Kalibrierung oder Verifizierung betrifft den Gerätestatus. Auch Verfahrenswahl, Auflösung, Einstellungen, Messort, Richtung, Sauberkeit, Unsicherheit und Ausführung müssen geeignet sein.
Belegen Rauheitsdaten korrekte Strahlintensität oder Bedeckungsgrad?
Nein. Rauheit ist eine Oberflächenantwort des Bauteils. Intensität und Bedeckungsgrad benötigen eigene freigegebene Nachweise; ein zulässiger Rauheitswert ersetzt keinen davon.
Die wichtigsten Punkte
- Ein Ra- oder Rz-Wert ohne Operator und Messort ist unvollständig.
- Profil-Ra nicht mit Flächen-Sa gleichsetzen und optische sowie taktile Gleichwertigkeit nicht voraussetzen.
- Filterung, Auswertung, Richtung, Formentfernung und Regeln für ungültige Daten festschreiben.
- Kritische und veränderliche Bereiche statt nur einer bequemen ebenen Stelle messen.
- Geräteeignung nachweisen und erforderlichenfalls Wiederholbarkeit und Unsicherheit berücksichtigen.
- Rauheit, Intensität, Bedeckungsgrad und Oberflächenschadensabnahme als getrennte Nachweise führen.
Weiterführende Leitfäden von SP Center
- Oberflächenrauheit vorhersagen und beherrschen
- Härte und Mikrohärte nach dem Verfestigungsstrahlen
- Eigenspannungstiefenprofile
- Ermüdungsprüfung nach dem Verfestigungsstrahlen
Technische Quellen
1. ISO 21920-1:2021, Surface texture: Profile — Indication of surface texture
3. ISO 21920-3:2021, Surface texture: Profile — Specification operators
5. ISO 25178-600:2019, Metrological characteristics for areal topography measuring methods
7. ISO 25178-601:2025, Design and characteristics of contact stylus instruments
Hinweis zu Normen: Es gilt die vollständige, in Zeichnung und Vertrag herangezogene Revision. Veröffentlichte ISO-21920-Dokumente werden überarbeitet; Ausschussentwürfe ersetzen nicht automatisch die herangezogenen veröffentlichten Ausgaben.
Autor: Paweł Kmieć
Besprechen Sie die Oberflächentexturmessung nach dem Verfestigungsstrahlen: +48 519 772 773 | [email protected]




