Die aktuelle Federnorm durch gelenkte Dokumentenprüfung, repräsentative Geometrie, qualifizierten Zugang und getrennte Intensitäts-, Bedeckungsgrad- und Bauteilnachweise anwenden
ISO 26910-1:2023 legt allgemeine Verfahren für das Verfestigungsstrahlen von Federn fest, um die Beständigkeit gegen Ermüdung und Spannungsrisskorrosion hauptsächlich durch Druckeigenspannungen in den Oberflächenschichten zu verbessern. Sie ist die aktuelle zweite Ausgabe und ersetzt ISO 26910-1:2009 einschließlich der Änderung von 2017. Ein allgemeingültiges Federrezept entsteht daraus nicht: Zeichnung, Werkstoff, Geometrie, Produktspezifikation, Vertrag und Kundenvorgaben bestimmen den tatsächlichen Prozess und die Abnahme.

Welchen Status und Geltungsbereich hat ISO 26910-1:2023?
Der ISO-Katalog führt ISO 26910-1:2023, Springs — Shot peening — Part 1: General procedures, als im Oktober 2023 veröffentlicht. Die öffentliche Kurzbeschreibung nennt den allgemeinen Zweck, enthält aber nicht die vollständigen Prozessklauseln. Für die Ausführung gelten die erworbene Norm und aufgerufenen Kundendokumente.
| Frage zur Dokumentenlenkung | Entscheidung | Aufzeichnung |
|---|---|---|
| Welche Ausgabe ist aufgerufen? | ISO 26910-1:2023 ist die aktuelle zweite Ausgabe; Ausgabe 2009 und Änderung 2017 sind zurückgezogen | Prüfung von Zeichnung, Bestellung und Spezifikationsrevision |
| Welche Feder ist erfasst? | Federart, Werkstoff, Wärmebehandlung, Maße und anwendungsspezifische Forderung bestimmen | Teilefamilien- und Anwendbarkeitsmatrix |
| Welche Flächen werden bearbeitet? | Behandlungs- und Ausschlusszonen einschließlich Windungsinnenseite, Enden und Kontaktstellen definieren | Gelenkte Bearbeitungszeichnung |
| Welche Abnahmeergebnisse gelten? | Intensität, Bedeckungsgrad, Strahlmittel, Oberfläche, Maße und Leistungsnachweis trennen | Anforderungs-Nachweis-Matrix |
| Widersprechen sich Dokumente? | Parameterauswahl stoppen und kontrollierte Klärung einholen | Freigegebene Abweichung oder Kundenantwort |
Tabelle 1. Aktuelle öffentliche Ausgabe und vertraglich aufgerufene Ausgabe werden abgeglichen und nicht stillschweigend ersetzt.
Warum benötigt die Federgeometrie eine eigene Prozessprüfung?
Eine Feder ist keine ebene Probe. Windungsabstand, Innendurchmesser, Draht- oder Bandquerschnitt, Enden, Ösen, Übergänge und Kontaktstellen beeinflussen Zugang und örtliche Reaktion. Bereiche hoher Betriebsspannung können zugleich am schwersten zu erreichen oder zu prüfen sein.
Bearbeitungs- und Ausschlusszonen werden auf der gelenkten Zeichnung dargestellt. Ungünstigste Geometrie und Bauteilführung stehen fest, bevor Düsen- oder Schleuderradanordnung, Strahlmittelgröße, Vorrichtung, Bewegung, Belademenge und Beobachtungsverfahren gewählt werden.

Welche Federmerkmale bestimmen die Qualifizierung?
| Federmerkmal | Prozessrisiko | Schwerpunkt der Qualifizierung |
|---|---|---|
| Windungsinnenseite bei geringer Steigung | Abschattung, ungünstiger Auftreffwinkel oder unvollständiger Zugang | Repräsentativer Windungsabstand, Orientierung, Bewegung und freigegebene Bedeckungsgradprüfung |
| Draht- oder Bandkante | Hohe örtliche Auftreffwirkung, Rauheit oder Schaden | Strahlmittelgröße, Intensitätsfenster und Oberflächenabnahme an der Kante |
| Enden, Ösen oder Übergänge | Geänderte Kerbwirkung und ungleichmäßige Exposition | Definierte Bearbeitungs- und Ausschlusszonen mit wiederholbarer Vorrichtung |
| Verschachtelte Schüttgutbeladung | Gegenseitige Abschattung und unterschiedliche Verweilzeit | Belademenge, Vereinzelung, Teilefluss und ungünstigster Bedeckungsgrad |
| Setz-, Beschichtungs- oder Wärmebehandlungsfolge | Eigenspannungszustand oder Oberfläche ändern sich nach dem Strahlen | Gelenkte Reihenfolge und gegebenenfalls Validierung nach Folgeoperationen |
| Hochfester oder schädigungsempfindlicher Werkstoff | Übermäßige Exposition, Fehlstellen oder Rauheit können den Nutzen aufheben | Werkstoffbezogene Abbruchkriterien und repräsentativer Leistungsnachweis bei Forderung |
Tabelle 2. Die Qualifizierung prüft Zugänglichkeit und Schadensempfindlichkeit an einer produktionsrepräsentativen Feder und nicht nur an einer offenen ebenen Probe.
Wie werden Intensität, Bedeckungsgrad und Strahlmittel beherrscht?
Die Almen-Intensität wird mit anwendbarem Prüfstreifen, Halter und ordnungsgemäß bestimmter Sättigungskurve an der definierten Prüfposition ermittelt. Der Bedeckungsgrad wird auf der geforderten Federfläche mit der freigegebenen direkten oder qualifizierten indirekten Methode bewertet. Beide Ergebnisse sind getrennt.
Größe, Form, Härte und Verunreinigung des Betriebsgemischs beeinflussen Auftreffwirkung und Zugang. Kleinere Partikel können den Zugang verbessern, ändern aber zugleich den qualifizierten Strahl und die Oberflächenwirkung. Das Strahlmittel darf nicht ohne technische Prüfung allein wegen einer engen Windung geändert werden.
Wie ist die Fertigungsfolge zu behandeln?
Wärmebehandlung, Formen, Schleifen, Setzen, Verfestigungsstrahlen, Reinigen und Beschichten können den endgültigen Federzustand verändern. Die freigegebene Reihenfolge ergibt sich aus Zeichnung, Federspezifikation und Qualifizierung. Dieser Leitfaden schreibt keine allgemeingültige Position des Strahlprozesses vor.
Kann eine nachfolgende thermische oder mechanische Operation den eingebrachten Zustand abbauen oder verändern, ist die Aussage zum Bauteilverhalten im endgültigen relevanten Zustand zu belegen. Gleiches gilt, wenn eine entkohlte, beschädigte oder verunreinigte Ausgangsoberfläche das Ermüdungsverhalten beherrschen kann.
Welche Nachweise werden für Qualifizierung und Freigabe benötigt?
| Nachweis | Nachgewiesene Aussage | Allein nicht nachgewiesen |
|---|---|---|
| Almen-Intensität und Sättigungskurve | Der standardisierte Strahl erfüllt die aufgerufene Intensitätsbedingung | Bedeckungsgrad auf der Windungsinnenseite oder Federlebensdauer |
| Bedeckungsgradprüfung | Die geforderte Fläche besitzt nach freigegebener Methode die verlangte Eindrucksbedeckung | Betrag oder Tiefe der Eigenspannung |
| Strahlmittelprüfung | Größe, Form und Zustand des Betriebsgemischs erfüllen die aufgerufenen Grenzen | Energie und Zugang an jedem Merkmal |
| Oberflächen- und Maßprüfung | Die Feder erfüllt den geforderten Zustand nach dem Prozess | Ermüdungs- oder Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit |
| Repräsentative Ermüdungs- oder Korrosionsvalidierung | Die anwendungsspezifische Reaktion ist für den geprüften Prozess belegt | Automatische Übertragung auf eine andere Federfamilie |
Tabelle 3. Prozessnachweis, Oberflächenabnahme und Bauteilleistung beantworten unterschiedliche technische Fragen.
Die Qualifizierung verwendet produktionsrepräsentative Anlage, Strahlmittel, Vorrichtung, Beladung, Bewegung und Federzustand. Serienaufzeichnungen verknüpfen Teil und Los mit freigegebenem Programm, Anlage, Strahlmittel, Intensität, Bedeckungsgrad, geforderten Oberflächen- oder Maßprüfungen, Abweichungen und Freigabe.

Wann ist eine Übertragungs- oder Änderungsbewertung erforderlich?
Zu bewerten sind Änderungen an Federwerkstoff, Wärmebehandlung, Draht- oder Bandabmessung, Durchmesser, Windungsabstand, Enden, Ausgangsoberfläche, Anlage, Düse oder Schleuderrad, Strahlmittel, Abscheider, Vorrichtung, Programm, Belademenge, Bewegung oder Prüfverfahren. Requalifizierung folgt der möglichen Wirkung und den maßgebenden Dokumenten.
Eine erfolgreiche Einstellung an einer Feder belegt keine andere Teilefamilie. Bei widersprüchlichen Dokumenten oder fehlenden Eingaben wird vor der Bearbeitung eine kontrollierte technische oder kundenseitige Klärung eingeholt.
Welche Fehler erfordern eine Produktsperre?
- Eine falsche Ausgabe oder Produktforderung wurde verwendet.
- Bedeckungsgrad an Windungsinnenseite oder Enden ist nicht nachweisbar.
- Strahlmittelzustand, Intensität oder Anlagenkonfiguration liegen außerhalb des freigegebenen Zustands.
- Teile schatteten sich gegenseitig ab oder wurden bei der Schüttgutbehandlung beschädigt.
- Eine Folgeoperation änderte die qualifizierte Fertigungsfolge.
- Nach Alarm oder fehlgeschlagener Prüfung ist die letzte zulässige Charge nicht bestimmbar.
Nacharbeit ist keine automatische Korrektur. Zusätzliche Exposition kann Rauheit, Maße, Kaltverfestigung und Eigenspannung ändern. Es gilt nur ein ausdrücklich freigegebener Nacharbeitsweg mit erneuter erforderlicher Abnahme.
Häufig gestellte Fragen
Ist ISO 26910-1:2023 die aktuelle Ausgabe?
Ja. ISO führt die zweite Ausgabe von 2023 als veröffentlicht. ISO 26910-1:2009 und die Änderung von 2017 sind zurückgezogen. Eine vertraglich genannte Ausgabe muss dennoch in der Dokumentenprüfung geklärt werden.
Welches Ziel hat das Verfestigungsstrahlen von Federn nach ISO 26910-1?
Laut öffentlicher ISO-Kurzbeschreibung sollen die allgemeinen Verfahren die Beständigkeit gegen Ermüdung und Spannungsrisskorrosion verbessern, hauptsächlich durch Druckeigenspannungen in den Oberflächenschichten.
Enthält die Norm ein Rezept für jede Feder?
Nein. Werkstoff, Wärmebehandlung, Federart, Draht- oder Bandabmessung, Geometrie, Zugänglichkeit, Oberfläche und Kundenforderungen bestimmen den qualifizierten Prozess.
Warum ist der Bedeckungsgrad bei Schraubenfedern anspruchsvoll?
Ein geringer Windungsabstand und die Innenseite können den Strahl abschatten. Vorrichtung, Orientierung, Relativbewegung, Strahlmittelgröße und Beobachtungsverfahren müssen die schwierigste geforderte Fläche abbilden.
Belegt die richtige Almen-Intensität die Federfreigabe?
Nein. Intensität kennzeichnet den standardisierten Strahl. Bedeckungsgrad, Strahlmittelzustand, Oberfläche, Maße und gegebenenfalls Bauteilverhalten bleiben getrennte Nachweise.
Dürfen Federn als Schüttgut gestrahlt werden?
Nur wenn freigegebene Anlage, Belademenge, Vereinzelung und Bewegung qualifizierte Intensität und Bedeckungsgrad ohne unzulässige Abschattung oder Bauteilschäden erzeugen.
Verhindert Verfestigungsstrahlen immer Relaxation?
Nein. Relaxation hängt von Werkstoff, Spannung, Temperatur, Zeit, Fertigungsfolge und Stabilität der Eigenspannungen ab. Eine Aussage benötigt anwendungsspezifische Nachweise.
Welche Angaben benötigt eine Anfrage?
Benötigt werden Zeichnung und Revision, Federart und Maße, Werkstoff und Wärmebehandlung, Bearbeitungs- und Ausschlusszonen, Normausgaben, Intensität und Bedeckungsgrad, Medienbeschränkungen, Fertigungsfolge, Menge, Loslogik und Aufzeichnungen.
Die wichtigsten Punkte
- ISO 26910-1:2023 ist die aktuelle zweite Ausgabe; Ausgabe 2009 und Änderung sind zurückgezogen.
- Die Norm enthält allgemeine Verfahren und keine Einstellung für jede Feder.
- Windungsinnenseite, Enden, Windungsabstand und Schüttgutbeladung können das reale Prozessrisiko bestimmen.
- Intensität, Bedeckungsgrad, Strahlmittelzustand und Bauteilverhalten bleiben getrennte Nachweise.
- Fertigungsfolge und endgültiger relevanter Zustand müssen die beanspruchte Wirkung stützen.
- Fehlende oder widersprüchliche Forderungen werden vor der Bearbeitung kontrolliert geklärt.
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Technische Quellen
1. ISO 26910-1:2023, Springs — Shot peening — Part 1: General procedures
2. SAE J2441_202511: Shot Peening, stabilized November 2025
3. SAE J442_202602: Tools for Peening Intensity Determination and Verification, revised February 2026
4. SAE J443_202512: Procedures for Determining and Verifying Peening Intensity, revised December 2025
5. SAE J2277_202301: Shot Peening Coverage Determination, revised January 2023
Hinweis zu Normen: Dieser Leitfaden fasst öffentlichen Geltungsbereich und technische Zusammenhänge zusammen, nicht urheberrechtlich geschützte Klauseln. Maßgebend sind die vollständigen in Zeichnung, Vertrag und Kundenvorgaben aufgerufenen Fassungen.
Autor: Paweł Kmieć
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