SAE J2597: Rechnergestützte Sättigungskurven beim Verfestigungsstrahlen

Expositions- und Bogenhöhendaten schützen, Berechnung validieren und jedes Ergebnis mit Prüfstreifen, Halter, Anlage, Strahlmittel und Softwareversion verknüpfen

SAE J2597 beschreibt ein Verfahren für rechnergestützte Sättigungskurven zur Bestimmung der Strahlintensität. SAE führt J2597_201709 öffentlich als erneut bestätigte Fassung. Das Verfahren unterstützt die einheitliche Auswertung eines gültigen Datensatzes und fordert die Einhaltung einer anwendbaren Toleranz. Ein falscher Prüfstreifentyp, mangelhafte Messwerte oder eine nicht repräsentative Halterposition lassen sich damit nicht korrigieren.

Datenfluss einer rechnergestützten Sättigungskurve nach SAE J2597
Abbildung 1. J2597 wertet einen gelenkten Datensatz aus Exposition und Bogenhöhe aus; Software macht ungültige Messwerte nicht repräsentativ.

Wie hängen J2597, J442 und J443 zusammen?

J442 legt Anforderungen an Hilfsmittel und Verbrauchsmittel zur Bestimmung und Verifizierung der Strahlintensität fest. J443 beschreibt die aktuellen Verfahren zur Ableitung und Verifizierung der Intensität. J2597 behandelt die rechnergestützte Berechnung der Sättigungskurve. Die drei Dokumente sind miteinander verknüpft, besitzen aber unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Zeichnung, Vertrag oder Kunde können eine bestimmte Fassung oder zusätzliche Forderungen aufrufen. Der öffentliche Status „aktuell“ ersetzt eine gelenkte Vertragsfassung nicht automatisch, solange das Vertragssystem die Änderung nicht freigibt.

Welche Eingaben müssen gelenkt werden?

Eingabe Erforderlicher Kontext Fehler bei fehlender Angabe
Expositionswert Tatsächliche gelenkte Zeit, Durchlaufzahl oder andere zulässige Expositionsgröße Punkte liegen auf der falschen horizontalen Skala
Bogenhöhe Ungerundeter Messwert eines verifizierten Messgeräts und zulässigen Prüfstreifens Die Anpassung bildet Übertragungs- oder Auflösungsfehler ab
Prüfstreifentyp Anwendbares N-, A- oder C-System und Streifenidentität Ähnliche Zahlenwerte werden im falschen System ausgelegt
Halter und Position Freigegebene Halterorientierung und Anlagenposition Die Kurve repräsentiert nicht die geforderte Strahlposition
Prozesskonfiguration Anlage, Strahlmittel, Druck- oder Schleuderradeinstellung, Durchsatz, Düse oder Schleuderrad und Bewegung Das Ergebnis ist weder rückverfolgbar noch wiederholbar
Softwareidentität Validiertes Werkzeug, Version, Algorithmuskonfiguration und Einheiten Die Berechnung lässt sich nicht rekonstruieren

Tabelle 1. Eine Kurve ist nur so belastbar wie ihre Rohmesswerte und ihr Konfigurationsbezug.

Die tatsächlich gemessenen Werte mit ihren Einheiten und ihrer Auflösung verwenden. Strahlzeiten nicht stillschweigend umrechnen, Laufreihenfolge nicht ändern, Prüfstreifentypen nicht mischen und keine Werte eines anderen Halters übernehmen. Bei einem ungültigen Lauf bleiben Originalaufzeichnung, technische Begründung und freigegebene Wiederholung erhalten.

Strahlzeit Bogenhöhe Rohdaten und berechnete Strahlintensität
Abbildung 2. Sättigungskurve und berechnete Intensität bleiben mit Prüfstreifen, Halter, Anlage, Strahlmittel und Prozesskonfiguration verknüpft.

Was berechnet die rechnergestützte Kurve?

Die Berechnung passt den Datensatz aus Exposition und Bogenhöhe an und bestimmt die Intensität nach dem in J2597 festgelegten Verfahren. Dieser Leitfaden gibt weder urheberrechtlich geschützten Algorithmus noch Toleranzbänder oder Referenzdatensätze wieder. Maßgebend ist die vollständige Norm.

Die Intensität ist dem Sättigungszustand des aufgerufenen Verfahrens zugeordnet und nicht einfach der höchste Bogenhöhenwert oder letzte Kurvenpunkt. Widerspricht die Softwareausgabe dem erkennbaren physikalischen Verlauf, ist die Ursache zu untersuchen und nicht das Ergebnis automatisch zu akzeptieren.

Wie werden Datensatz und Ergebnis geprüft?

Prüfstufe Frage Objektiver Nachweis
Datenintegrität Sind alle gültigen Punkte unverändert erhalten? Geschützte Rohmesswerte, Laufreihenfolge und dokumentierte ungültige Läufe
Physikalische Plausibilität Nähert sich die Bogenhöhe ohne ungeklärtes Verhalten der Sättigung? Dargestellte Punkte und angepasste Kurve mit fachlicher Prüfung
J2597-Berechnung Erfüllt das Ergebnis die anwendbare Toleranz der Norm? Berechnete Intensität, Toleranzergebnis und Validierung mit Referenzdatensätzen
Konfigurationsbezug Gehört die Kurve zum vorgesehenen Halter und Prozesszustand? Anlagen-, Strahlmittel-, Vorrichtungs-, Programm- und Einrichtaufzeichnungen
Unabhängige Freigabe Wurde das Ergebnis vor Verwendung geprüft? Name des Prüfers, Datum und gelenkter Freigabestatus

Tabelle 2. Rechnerische Konformität und technische Plausibilität sind beide erforderlich.

Selektives Löschen, vorzeitiges Runden und verdeckte Einheitenumrechnung können das Ergebnis verschieben. Prüfer müssen Punkte und angepasste Kurve sehen und nicht nur ein Feld „bestanden“. Ein gültiger technischer Grund zum Ausschluss eines Messwerts wird unabhängig davon dokumentiert, ob der Ausschluss das Ergebnis verbessert.

Bei nicht bestandener oder unerwarteter Kurve werden Prüfstreifenhandhabung, Messgeräteverifizierung, Halterzustand, Laufreihenfolge, Anlagenzustand, Strahlmittel und Datenübertragung untersucht. Zusätzliche Punkte oder geänderte Expositionswerte dürfen die Anpassung nicht künstlich bestehen lassen.

Wie wird die Softwareimplementierung validiert?

Die Implementierung wird mit den Referenzdatensätzen und der zulässigen Toleranz des vollständigen J2597-Dokuments validiert. Formel oder Code, Einheiten, Version, Zugriffsrechte und Änderungshistorie bleiben gelenkt. Änderungen mit Einfluss auf Berechnung oder Ausgabe erfordern erneute Validierung.

Ein kommerzielles Werkzeug ist nicht allein aufgrund seines Herstellernamens gültig; eine interne Tabellenkalkulation ist nicht allein wegen ihrer Form unzulässig. Entscheidend sind gelenkte Implementierung, korrekte Referenzergebnisse, Schutz vor unbeabsichtigter Änderung und rückverfolgbare Prüfung.

Softwarevalidierung Rückverfolgbarkeit und Prüfung von J2597 Ergebnissen
Abbildung 3. Validierung mit Referenzdaten, Versionslenkung, geschützte Eingaben und fachliche Prüfung stützen ein belastbares rechnergestütztes Ergebnis.

Was belegt ein bestandenes Ergebnis?

Ausgabe Was sie stützt Was sie nicht belegt
Angepasste Sättigungskurve Einheitliche Auswertung des eingegebenen Intensitätsdatensatzes Gültigkeit und Repräsentativität jedes Datenpunkts
Berechnete Intensität Strahlintensität der geprüften Konfiguration nach dem aufgerufenen Verfahren Bedeckungsgrad oder Eigenspannung des Bauteils
Toleranzergebnis Erfüllung des J2597-Datensatzkriteriums durch die Berechnung Erfüllung jeder Kundenspezifikation
Softwarevalidierung Die Implementierung reproduziert freigegebene Referenzergebnisse Richtigkeit der aktuellen Fertigungseingaben
Freigegebene Aufzeichnung Rückverfolgbare Grundlage der Intensitätsentscheidung Automatische Übertragung auf andere Anlage, Halter oder Bauteil

Tabelle 3. J2597 stützt die Intensitätsbestimmung und macht die Kurve nicht zur Bauteilabnahme.

Die Almen-Intensität kennzeichnet den Strahl unter standardisierten Bedingungen. Der Bedeckungsgrad betrifft Einschlagspuren auf der geforderten Bauteiloberfläche. Rauheit, Maße, Eigenspannung und Ermüdungsverhalten bleiben bei Forderung getrennte Ergebnisse.

Welche Aufzeichnungen sind zu erhalten?

  • Identität von Auftrag, Anlage, Halter, Position und Konfiguration.
  • Prüfstreifentyp, Los oder Identität, Zustand und Verifizierungsstatus des Messgeräts.
  • Expositionswerte, Bogenhöhen, Einheiten, Laufreihenfolge und Rohdaten.
  • Strahlmittel, Betriebseinstellungen und relevante Anlagenzustände.
  • Softwarename, Version, gelenkte Berechnung und Referenzvalidierung.
  • Dargestellte Punkte, angepasste Kurve, berechnete Intensität und Toleranzstatus.
  • Ungültige Läufe, Wiederholungen, Abweichungen und Prüferfreigabe.

Aufbewahrungsfrist und Freigabepaket folgen Vertrag, Spezifikation und Qualitätssystem. Die J2597-Ausgabe allein definiert nicht alle Fertigungsaufzeichnungen.

Häufig gestellte Fragen

Was regelt SAE J2597?

Die Norm beschreibt ein Verfahren für rechnergestützte Sättigungskurven zur Bestimmung der Strahlintensität und fordert, dass die berechnete Intensität die anwendbare Toleranz des Datensatzes erfüllt.

Welche Fassung führt SAE öffentlich als aktuell?

SAE führt J2597_201709 als erneut bestätigt. Der Vertrag kann eine bestimmte Fassung aufrufen; deshalb ist die vollständige gelenkte Forderung zu prüfen.

Ersetzt J2597 SAE J442 oder J443?

Nein. J442 behandelt Hilfsmittel zur Intensitätsbestimmung und -verifizierung, J443 die aktuellen Intensitätsverfahren und J2597 die rechnergestützte Auswertung der Sättigungskurve.

Darf eine Tabellenkalkulation verwendet werden?

Nur wenn Implementierung, Einheiten, geschützte Formeln, Referenzergebnisse, Versionslenkung und Prüfung nachweislich die aufgerufenen Forderungen erfüllen.

Darf ein Ausreißer zum Verbessern der Kurve gelöscht werden?

Nicht selektiv. Messung und Prozessereignis untersuchen, Rohaufzeichnung erhalten und die gelenkte Regel für ungültige Daten oder Wiederholung anwenden.

Dürfen Bogenhöhen vor der Eingabe gerundet werden?

Daten mit der durch das gelenkte Verfahren geforderten Auflösung eingeben und erhalten. Vorzeitiges Runden kann Anpassung und Toleranzergebnis ändern.

Belegt eine bestandene J2597-Kurve den Bedeckungsgrad?

Nein. Sie stützt eine Intensitätsentscheidung. Bedeckungsgrad, Oberflächenzustand, Maße und Bauteilverhalten benötigen eigene aufgerufene Nachweise.

Was gehört in die Ergebnisaufzeichnung?

Zu erhalten sind Rohdaten, Einheiten, Prüfstreifen und Halter, Anlagen- und Strahlmittelkonfiguration, Software und Version, Kurve, Ergebnis, Toleranzstatus, Ausnahmen und Prüferfreigabe.

Die wichtigsten Punkte

  • J2597_201709 ist die öffentlich als erneut bestätigt geführte Fassung für rechnergestützte Sättigungskurven.
  • J442, J443 und J2597 besitzen ergänzende und nicht austauschbare Anwendungsbereiche.
  • Rohdaten zu Exposition und Bogenhöhe schützen und alle freigegebenen Ausnahmen erhalten.
  • Software anhand der Referenzdaten und Toleranz der vollständigen Norm validieren.
  • Neben der Rechnerausgabe auch die physikalische Plausibilität prüfen.
  • Eine bestandene Kurve stützt die Intensität, belegt aber weder Bedeckungsgrad noch Bauteilverhalten.

Weiterführende Leitfäden von SP Center

Primäre technische Quellen

1. SAE J2597_201709: Computer Generated Shot Peening Saturation Curves

2. SAE J442_202602: Tools for Peening Intensity Determination and Verification, revised February 2026

3. SAE J443_202512: Procedures for Determining and Verifying Peening Intensity, revised December 2025

4. SAE AMS2432E: Shot Peening, Computer Monitored, revised October 2022

5. SAE J2441_202511: Shot Peening, stabilized November 2025

Hinweis zu Normen: Maßgebend ist die vollständige vertraglich aufgerufene Fassung. Dieser Leitfaden gibt Algorithmus, Referenzdatensätze und Toleranzkriterien aus J2597 nicht wieder.

Autor: Paweł Kmieć

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