Jedes Fertigungslos mit freigegebenen Forderungen, Konfiguration, tatsächlichen Prozessdaten, Bauteilergebnissen, Sonderereignissen und befugter Freigabe verknüpfen
Wiederholbarkeit beim Verfestigungsstrahlen bedeutet, den qualifizierten Prozess und das Bauteilergebnis von Los zu Los innerhalb gelenkter Grenzen zu reproduzieren. Eine stabile Anzeige oder dasselbe Nennprogramm reicht nicht. Der Nachweis muss zeigen, dass richtiges Bauteil und richtige Forderungen, Maschine, Programm, Vorrichtung, Strahlmittel, Strahl, Bewegung, Prüfsystem und Freigabeentscheidung im freigegebenen Zustand geblieben sind.

Was bedeutet „Charge“ in der Prozesslenkung?
Eine Charge oder ein Fertigungslos wird durch das maßgebende Qualitätsmanagementsystem und die Auftragsforderungen definiert. Es kann Bauteile gleicher Identität und gleichen Zustands umfassen, die in einer gelenkten Einrichtung bearbeitet werden. Die Definition darf nach einem Ereignis nicht nachträglich geändert werden, um den Umfang einer Nichtkonformität kleiner erscheinen zu lassen.
Der Chargennachweis stimmt Eingangsmenge, angenommene Menge, abgewiesene oder gesperrte Teile und jede befugte Nacharbeit ab. Gemischte Zeichnungsstände, Werkstoffe oder Prozessrouten werden ausdrücklich getrennt und rückverfolgbar gehalten.
| Lenkungsklasse | Typische Größen oder Prüfungen | Grundsatz der Frequenz |
|---|---|---|
| Auftrags- und Produktidentität | Teilenummer, Zeichnungsstand, Serien- oder Losnummer, Menge, Behandlungszonen, Ausschlüsse und Kundenforderungen | Vor Arbeitsbeginn und bei Auftrags- oder Loswechsel verifizieren |
| Freigegebene Konfiguration | Maschine, Programmstand, Vorrichtung, Düsen- oder Schleuderradanordnung, Maskierung und freigegebene Route | Vor der Charge und nach Unterbrechung oder Konfigurationsänderung verifizieren |
| Zykluseingangsgrößen | Luftdruck oder Schleuderraddrehzahl, Strahlmittelmassenstrom, Expositionszeit, Vorschub, Drehung, Position und Alarme | Mit der durch Spezifikation und Anlagenklasse vorgeschriebenen Häufigkeit überwachen oder aufzeichnen |
| Strahlmittelsystem | Strahlmittelidentität, Betriebsmischung, Größe, Form, Härte, Verunreinigung, Separator und Nachspeisung | Los-, schicht- oder periodische Prüfungen nach dem maßgebenden Lenkungsplan |
| Prozessergebnisse | Almen-Intensität, Gültigkeit der Sättigungsgrundlage und Bedeckungsgrad am Bauteil | An vorgeschriebenen Verifizierungspunkten; Intensität und Bedeckungsgrad bleiben getrennt |
| Bauteilabnahme | Oberflächenschäden, Rauheit, Maße, Sauberkeit, Menge und gegebenenfalls ZfP | Je Bauteil, Stichprobe, Charge oder periodisch nach ausdrücklicher Freigabe |
Tabelle 1. Die Überwachungsfrequenz folgt Aufgabe und aufgerufener Forderung statt einer allgemeinen Checkliste.
Welche Kontrollen erfolgen vor Beginn der Charge?
Vertragsprüfung, Zeichnungs- und Spezifikationsstände, Behandlungs- und Ausschlussplan, Werkstoff- und Wärmebehandlungszustand, Bauteilidentität und Menge verifizieren. Anschließend Maschinen- und Programmstand, Vorrichtung und Maskierung, Düsen- oder Schleuderradeinrichtung, Strahlmittelidentität und Betriebsmischung, Kalibrier- oder Verifizierungsstatus und Bedienerberechtigung prüfen.
Ein richtiges Programm auf falscher Maschine oder Vorrichtung ist nicht die qualifizierte Route. Elektronische Auswahl wird gegen unbefugte Änderung und manuelle Überbrückung geschützt; die physische Einrichtung benötigt trotzdem eine wirksame Verifizierung.
Welche Größen werden während des Zyklus erfasst?
Bei pneumatischen Anlagen können Luftdruck, Strahlmittelmassenstrom, Exposition, Düsenposition, Abstand, Winkel und Bauteilbewegung relevant sein. Bei Schleuderradanlagen können Schleuderraddrehzahl, Strahlmittelmassenstrom, Auftreffpunkt, Bauteilbewegung und Exposition kritisch sein. Der genaue Überwachungsumfang folgt dem aufgerufenen Prozess und der Qualifizierung.
Istwerte werden mit Einheiten, Zeitstempeln und Identität des maßgebenden Sensors oder Prüfmittels aufgezeichnet. Ein Sollwert zeigt nicht, was tatsächlich geschah. Alarmgrenzen, Erkennung von Datenverlust, Überbrückungsstatus und Wiederanlauflogik müssen so qualifiziert sein, dass ein anomaler Zyklus nicht als normal erscheint.

Wie wird das Strahlmittelsystem zwischen Chargen beherrscht?
Wiederholbarkeit hängt von Strahlmittelwerkstoff, Größenverteilung, Härte, Form und Betriebszustand ab. Zeugnisse für neues Strahlmittel ersetzen die Prüfung der Betriebsmischung nicht. Verschleiß, Bruch, Nachspeisung, Separatorwirkung, Verschleppung fremder Strahlmittel und Verunreinigung können das Auftreffverhalten verändern, obwohl Maschineneinstellwerte stabil bleiben.
Probenahmestelle, Probenvorbereitung, Prüfverfahren, Häufigkeit, Abnahme und Reaktion werden festgelegt. Eine Probe aus einem bequem erreichbaren stehenden Bereich muss nicht das zur Düse oder zum Schleuderrad geförderte Strahlmittel repräsentieren.
Wie passen Intensität und Bedeckungsgrad in den Überwachungsplan?
SAE J442 und J443 definieren Almen-Prüfmittel und Verfahren zur Bestimmung und Verifizierung der Strahlintensität; SAE J2277 behandelt den Bedeckungsgrad am Bauteil. Die maßgebende Prozessspezifikation legt fest, wann Intensitätsverifizierung und Sättigungsnachweis erforderlich sind. Der Bedeckungsgrad wird getrennt an der geforderten Bauteilzone beurteilt.
Ein konformer Almenstreifen darf unvollständigen Bedeckungsgrad, beschädigte Kante oder unzulässige Rauheit nicht überstimmen. Umgekehrt belegt ein optisch vollständiger Bedeckungsgrad nicht, dass der Strahl innerhalb des freigegebenen Intensitätsbereichs lag.
Was macht einen Chargennachweis auditierbar?
| Feld im Chargennachweis | Erforderlicher Entscheidungswert | Häufige Schwäche |
|---|---|---|
| Forderungsquelle | Genaue Stände von Zeichnung, Spezifikation, Bestellung und Verfahren | Nur eine allgemeine Prozessbezeichnung wird erfasst |
| Produktrückverfolgbarkeit | Teil- und Los- oder Serienidentität sowie angenommene, abgewiesene und nachgearbeitete Menge | Mengen stimmen nicht überein oder gemischte Lose sind nicht getrennt |
| Prozesskonfiguration | Maschine, Programm, Vorrichtung, Strahlmittel, Düsen- oder Schleuderradeinrichtung und Behandlungsfolge | Programmname ohne Stand oder geschützte Zugriffsregelung |
| Messdaten | Istwerte, Einheiten, Zeitstempel, Probenort, Prüfmittel- oder Sensoridentität und Ergebnis | Nur ‚i. O.‘ oder gerundete Sollwerte werden gespeichert |
| Ereignisse und Unterbrechungen | Alarme, Überbrückungen, Stillstände, Strahlmittelzugaben, Instandhaltung und Wiederanlaufverifizierung | Ein normaler Datensatz verdeckt einen anomalen Zyklus |
| Freigabeentscheidung | Bedeckungsgrad und Bauteilabnahme, Prüfer, Abweichungen und befugte Entscheidung | Almen-Konformität dient als einziger Chargenfreigabenachweis |
Tabelle 2. Ein belastbarer Nachweis enthält tatsächliche Entscheidungsdaten statt allgemeiner Bestätigungen.
Wird ein rechnerüberwachter Prozess nach AMS2432 gefordert, werden die vorgeschriebenen Prozessdaten in der festgelegten Form aufbewahrt und gegen Veränderung geschützt. Rechnerüberwachung ersetzt weder die Verifizierung von Strahlmittel und Vorrichtung noch Bedeckungsgrad, Bauteilzustand und Bedienhandlungen.

Wie werden Alarme, Unterbrechungen und fehlende Daten behandelt?
| Signal | Sofortmaßnahme | Umfangsprüfung |
|---|---|---|
| Kritische Eingangsgröße außerhalb der Grenze oder Daten fehlen | Nach freigegebenem Reaktionsplan stoppen oder warnen und Datensatz sichern | Produkt seit dem letzten verifiziert zulässigen Zustand eingrenzen |
| Strahlmittelidentität oder -zustand unklar | Strahlmittel absondern und weitere Verwendung verhindern | Maschinen, Chargen und Zeitraum mit möglichem Kontakt zum verdächtigen Strahlmittel bestimmen |
| Intensität nicht konform oder Sättigungsnachweis ungültig | Freigabe stoppen und Prüfanordnung, Streifen, Halter, Exposition und Maschinenzustand verifizieren | Gesamtes Produkt im maßgebenden Verifizierungsintervall bewerten |
| Bedeckungsgrad unvollständig oder Ausschlusszone getroffen | Bauteil absondern und vor informeller Nacharbeit schützen | Programm, Zugang, Vorrichtungskontakte und weitere Bauteile der Route prüfen |
| Schaden, Rauheit oder Maße nicht konform | Betroffene Teile eingrenzen und verantwortliche Konfiguration stoppen | Prüfen, ob Werkstoff, Geometrie, Strahlmittel oder Anlagenabweichung weitere Lose betrifft |
| Trend nähert sich trotz konformer Einzelwerte der Grenze | Vor Eintritt einer Grenzwertverletzung vorbeugende Prüfung einleiten | Schichten, Bediener, Strahlmittelalter, Instandhaltung und Messsystem vergleichen |
Tabelle 3. Die Reaktion beginnt mit Datensicherung und Eingrenzung und erweitert sich entsprechend dem betroffenen Verifizierungsintervall.
Alarm nicht einfach zurücksetzen, Streifen nicht ohne Ursachenprüfung wiederholen und fehlendes Feld nicht aus dem Gedächtnis ergänzen. Tatsächlichen Zustand ermitteln, letzten verifiziert zulässigen Zustand bestimmen und bewerten, ob ein Bauteil, eine Charge, mehrere Chargen oder ein längerer Zeitraum betroffen ist.
Wie verbessert Trendbewertung die Wiederholbarkeit?
Regelkarten, Verlaufsdiagramme oder andere geeignete Verfahren können Drift von Intensität, Druck, Strahlmittelmassenstrom, Zykluszeit, Größenverteilung, Ausschussrate oder Oberflächenantwort erkennen, obwohl Einzelwerte noch konform sind. Änderungen werden mit Strahlmittelalter und Nachspeisung, Instandhaltung, Düsen oder Schaufeln, Schichten und Messsystemverhalten verglichen.
Ein Trendsignal ist nicht automatisch eine Produktabweichung, sofern der gelenkte Plan dies nicht festlegt. Es löst eine vorbeugende Prüfung aus. Statistische Mittelwerte dürfen keinen einzelnen Grenzwertverstoß verdecken und keine vorgeschriebene Chargenabnahme ersetzen.
Welche Änderungen erfordern Prüfung oder Requalifizierung?
Maschine, Fördersystem, Strahlmittelquelle oder -klassifizierung, Software, Programm, Sensor, Vorrichtung, Düse, Schleuderrad, Separator, Instandhaltungsmethode, Werkstofffamilie, Geometrie, Prüfverfahren oder Spezifikationsstand können die Wiederholbarkeitsnachweise infrage stellen. Vor Serieneinsatz gilt das freigegebene Änderungs- und Requalifizierungsverfahren.
Für Nadcap-Arbeiten werden die aktuell anwendbaren AC7117-Kriterien und Ergänzungen aus PRI EAN abgerufen und Akkreditierungs- sowie Kundenfreigabeumfang bestätigt. Nadcap-Akkreditierung gibt keine Charge frei und ersetzt keine Kundenforderung.
Was bestätigt die abschließende Freigabeprüfung?
- Richtige Bauteil- und Losidentität, Menge und Forderungsstände.
- Freigegebene Maschine, Programm, Vorrichtung, Strahlmittel und Behandlungsroute.
- Vollständige vorgeschriebene Zyklusdaten ohne ungeklärte Alarme oder Lücken.
- Gültiger Intensitätsnachweis und gegebenenfalls Sättigungsgrundlage.
- Geforderter Bedeckungsgrad sowie Oberflächen-, Maß- und Sauberkeitsabnahme.
- Geklärte Abweichungen, Nacharbeit und Nichtkonformitäten mit befugter Entscheidung.
- Prüferidentität, Freigabestatus und Aufbewahrung der Nachweise.
Nur die Menge freigeben, die durch vollständige Nachweise gestützt ist. Lässt sich der tatsächliche Ablauf aus den Aufzeichnungen nicht rekonstruieren, bleibt die Charge verdächtig, bis eine befugte Bewertung die Entscheidung festlegt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Größen müssen bei jeder Fertigungscharge überwacht werden?
Mindestens sind Auftragsforderungen, Produktidentität, freigegebene Maschinen-, Programm-, Vorrichtungs- und Strahlmittelkonfiguration, vorgeschriebene Zyklusdaten, Intensitäts- und Bedeckungsgradprüfungen, Bauteilabnahme und Freigabenachweise zu verifizieren. Die genaue Frequenz folgt den gelenkten Forderungen.
Muss jede Größe kontinuierlich gemessen werden?
Nein. Kritische Eingangsgrößen können kontinuierliche Überwachung erfordern, während Strahlmittelanalyse, Sättigung oder Bauteilprüfung chargen-, schichtbezogen oder periodisch sein können. Spezifikation und qualifizierter Lenkungsplan legen die Frequenz fest.
Belegt stabiler Luftdruck einen wiederholbaren pneumatischen Prozess?
Nein. Luftleistung, Strahlmittelmassenstrom, Düsenzustand, Abstand, Winkel, Bewegung, Strahlmittelzustand und Bauteilergebnis müssen ebenfalls beherrscht bleiben.
Ist die Almen-Intensität eine Chargenabnahme des Bauteils?
Sie ist bei entsprechender Forderung ein Ergebnis der Strahlkontrolle, ersetzt jedoch weder Bedeckungsgrad noch Oberflächen-, Maß-, Sauberkeits- oder weitere Bauteilabnahmekriterien.
Garantiert eine rechnerüberwachte Anlage die Wiederholbarkeit?
Nein. Sensoren, Skalierung, Alarme, Datenspeicherung, Überbrückungsschutz, Vorrichtungen, Strahlmittel und Bauteilprüfung müssen qualifiziert und instand gehalten werden.
Was ist nach einem Alarm oder einer fehlenden Aufzeichnung zu tun?
Reaktionsplan anwenden, Daten sichern, erforderlichenfalls stoppen und eingrenzen, betroffenen Zeitraum ab letztem verifizierten Zustand bestimmen und befugte Entscheidung einholen.
Sollen konforme Werte trotzdem als Trend ausgewertet werden?
Ja, wenn dies sinnvoll oder vorgeschrieben ist. Trends können Drift vor einer Grenzwertverletzung erkennen; statistische Überwachung ersetzt jedoch keine Einzelabnahme.
Schreibt Nadcap einen einheitlichen Chargennachweis vor?
Ein allgemeines Formular darf nicht unterstellt werden. Maßgebend sind die aktuell anwendbaren AC7117-Kriterien und Ergänzungen aus PRI EAN zusammen mit Kunden-, Spezifikations- und internen gelenkten Forderungen.
Die wichtigsten Punkte
- Wiederholbarkeit betrifft das gelenkte Ergebnis, nicht nur einen unveränderten Sollwert.
- Charge vor der Fertigung definieren und Produktrückverfolgbarkeit erhalten.
- Prozessbegleitende, zyklus-, chargen-, schichtbezogene und periodische Kontrollen trennen.
- Betriebsmischung statt nur Zeugnisse des neuen Strahlmittels überwachen.
- Intensität, Bedeckungsgrad und Bauteilabnahme getrennt halten.
- Alarme und Trends mit ausdrücklichen Eingrenzungs- und Reaktionsregeln verwenden.
Weiterführende Leitfäden von SP Center
- Qualitätskontrolle von Strahlmitteln
- Luftdruck und Volumenstrom beim pneumatischen Verfestigungsstrahlen
- Vorrichtungen für das Verfestigungsstrahlen
- Prozessfenster beim Verfestigungsstrahlen
Technische Quellen
1. SAE AMS2430U: Shot Peening, revised April 2018
2. SAE AMS2432E: Shot Peening, Computer Monitored, revised October 2022
3. SAE J2441_202511: Shot Peening, stabilized November 2025
4. SAE ARP7488: Peening Design and Process Control Guidelines, issued January 2018
5. SAE J442_202602: Tools for Peening Intensity Determination and Verification, revised February 2026
6. SAE J443_202512: Procedures for Determining and Verifying Peening Intensity, revised December 2025
7. SAE J2277_202301: Shot Peening Coverage Determination, revised January 2023
8. Performance Review Institute, Surface Enhancement Nadcap Audit Criteria Review
9. Performance Review Institute, PRI EAN und Qualified Manufacturers List
Hinweis zu Normen: Verifizierungspunkte, Frequenzen, Stichproben und Felder der Aufzeichnungen stammen aus den vollständigen gelenkten Auftragsforderungen. Aus diesem Leitfaden darf keine allgemeine Frequenz abgeleitet werden.
Autor: Paweł Kmieć
Besprechen Sie Wiederholbarkeit und Chargennachweise beim Verfestigungsstrahlen: +48 519 772 773 | [email protected]




