Zeichnungsbezogene Funktionsflächen schützen, den Bedeckungsgrad neben der Grenze erhalten und Abschattung, Rückprall, Undichtigkeit sowie Werkzeugverschleiß beherrschen
Eine Maske beim Verfestigungsstrahlen legt fest, wo der qualifizierte mechanische Prozess wirken darf und wo er enden muss. Sie schützt die vorgeschriebene strahlfreie Fläche und muss gleichzeitig unmittelbar neben der Grenze den erforderlichen Strahlzugang und Bedeckungsgrad ermöglichen. Maskierungen sind daher kontrollierte Prozesswerkzeuge: Konstruktion, Material, Passung, Einbau, Verschleißgrenzen und Prüfung nach der Behandlung werden zusammen mit Bauteil, Strahlmittel, Intensität, Strahlgeometrie und Bewegung qualifiziert.

Warum muss die Maskierung beide Seiten der Grenze beherrschen?
| Seite der Grenze | Erforderlicher Zustand | Typischer Nachweis |
|---|---|---|
| Behandlungsfläche | Der qualifizierte Strahl erreicht die vollständige vorgeschriebene Oberfläche | Bedeckungsgrad an der Grenze und an der am schwersten zugänglichen Stelle sowie geforderte Bauteilabnahme |
| Strahlfreie Fläche | Keine unzulässigen Auftreffer, Kontamination, Rückstände, Werkzeugspuren oder Funktionsänderungen | Geforderte Sicht-, Oberflächen-, Maß- oder Funktionsprüfung |
| Übergangszone | Physischer Übergang und Grenzlage bleiben innerhalb freigegebener Position und Toleranz | Qualifizierte Maskengeometrie, Einbauposition und Grenzprüfung |
| Kontakt zwischen Maske und Bauteil | Maske bleibt sicher befestigt, löst sich nicht ab, schließt kein Strahlmittel ein und beschädigt das Bauteil nicht | Aufzeichnungen zu Werkzeugzustand, Einbau und Prüfung nach Entfernung |
Tabelle 1. Eine geeignete Maske schützt die ausgeschlossene Fläche und erhält zugleich die vorgeschriebene Behandlung an derselben Grenze.
Eine ermüdungskritische Rundung kann neben Lagersitz, Gewinde, Bohrung, Bezugs- oder Dichtfläche liegen. Die Behandlungszone benötigt die herangezogene Intensität und den geforderten Bedeckungsgrad; die angrenzende Funktionsfläche kann definierte Oberflächen-, Passungs- oder Kontaktbedingungen verlangen. Der Schutz der einen Seite durch Unterbehandlung oder Beschädigung der anderen ist nicht zulässig.
Bestimmt die Merkmalsart, ob maskiert wird?
Nein. Manche Zeichnungen schreiben die Behandlung von Gewinden, Befestigungsbohrungen, Bohrungsinnenflächen oder anderen inneren Bereichen ausdrücklich vor. Bediener dürfen den Umfang weder aus der Geometrie noch aus früheren Aufträgen ableiten. Behandlungs-, Ausschluss- und Übergangszonen folgen Zeichnung, Spezifikation, autorisierter technischer Klärung und freigegebenem Prozessplan.
Wie werden Gewinde, Bohrungen und Funktionsflächen geschützt?
| Merkmal | Maskierungsrisiko | Erforderliche Prüfung |
|---|---|---|
| Außengewinde | Kappe, Mutter oder Hülse kann Auslauf oder Rundung abschatten; Auftreffer können Flanken, Grund, Spitzen und Passung verändern | Zeichnungsumfang, Eingriffstiefe, Grenze, Befestigung und angrenzender Bedeckungsgrad |
| Innengewinde | Stopfen kann überstehen, sich lösen, Material abgeben oder Strahlmittel einschließen | Passung von Gewinde-/Spreizwerkzeug, Endposition, Entfernung und Prüfung des geschützten Gewindes |
| Sackloch | Strahlmitteleintrag und -einschluss können Kontamination oder Blockade erzeugen | Schutz, Werkzeugentfernung und dokumentierte Freiheit von losen Strahlmittelrückständen |
| Durchgangs- oder Querbohrung | Strahlmittel kann eine gegenüberliegende Fläche oder geschützte Kavität erreichen | Gesamte Partikelbahn, beide Öffnungen, innere Rückgewinnung und Reinigung |
| Bezugsfläche, Lagersitz oder Dichtfläche | Textur, Eindruck, Klebstoffrest oder Spannspur können Auflage und Funktion verändern | Geforderte Oberflächen-, Kontakt-, Maß- und Sauberkeitsabnahme |
| Vorgeschriebene innere Behandlungsfläche | Aufgrund einer Annahme eingesetzte Maske kann die freigegebene Behandlung blockieren | Zeichnungsbezogener Umfang und qualifizierte Lanze, Düse oder Ablenkerroute |
Tabelle 2. Funktion, vollständige Partikelbahn und erforderlicher angrenzender Bedeckungsgrad bestimmen die Maskierungsroute.
Bei einem Gewinde kann die Einbautiefe zum kontrollierten Maß werden, weil ein zu großer Überstand einen Auslauf oder eine Rundung abschatten kann. Bei einer Durchgangsbohrung verhindert der Schutz einer Öffnung möglicherweise nicht, dass Strahlmittel eine gegenüberliegende Fläche erreicht. Bei einer Bezugsfläche reicht die Abwesenheit von Strahlspuren nicht, wenn die Maske Kratzer, Eindrücke oder Rückstände hinterlässt und dadurch die Auflage verändert.

Warum sind Abschattung, Rückprall und Undichtigkeit verschiedene Fehlerarten?
Abschattung blockiert den direkten Zugang zu einer vorgeschriebenen Behandlungsfläche. Rückprall lenkt Partikel vom Maskierwerkzeug zum Bauteil um und kann lokalen Winkel, örtlichen Strahlmittelfluss oder Oberflächenzustand verändern. Undichtigkeit lässt unerwünschte Auftreffer unter oder durch die Maske zu. Strahlmitteleinschluss und Werkzeugabrieb erzeugen zusätzliche Sauberkeitsrisiken.
Die Maskenkante ist gemeinsam mit Düsen- oder Schleuderradrichtung, Arbeitsabstand, Auftreffwinkel, Bauteilbewegung und Partikelbahn zu bewerten. Der Bedeckungsgrad wird an der Grenze und an der am schwersten zugänglichen vorgeschriebenen Stelle geprüft, nicht nur auf der offenen Fläche.
Kann eine physische Grenze unendlich scharf sein?
Eine Zeichnung kann eine präzise Linie zeigen, während der mechanische Übergang Bereiche mit vollständiger oder teilweiser Bedeckung, Rückprall und eine allmähliche Änderung der Eindruckdichte umfassen kann. Die Anforderung muss Grenzlage, Toleranz oder zulässige Übergangszone festlegen. Eine Verschiebung aus Fertigungsgründen benötigt eine formelle technische Freigabe.
NASA TP-2711 untersuchte eine Trennlinie an einer spezifischen Ti-6Al-4V-Biegeermüdungsprobe im Umfeld von Kompressorschaufeln. Das berichtete Ergebnis ist anwendungsspezifisch und belegt nicht die Zulässigkeit jeder Grenze, jedes Werkstoffs, jeder Geometrie oder Belastung.
Wie wird ein Maskiersystem ausgewählt?
| Maskiersystem | Möglicher Vorteil | Wesentliche Kontrollen |
|---|---|---|
| Starre Kappe, Stopfen, Hülse oder Abschirmung | Wiederholbare Geometrie und Standzeit in der Serie | Befestigung, Überstand, Rückprall, Kantenverschleiß, Bauteilkontakt und richtige Revision |
| Elastomerische Kappe, Stopfen oder Hülse | Anpassungsfähigkeit und schnelle Montage an unregelmäßigen Merkmalen | Materialverträglichkeit, Rissbildung, Ablösung, Alterung, Abrieb, Passung und Wiederverwendungsgrenze |
| Qualifiziertes Maskierband | Flexible Begrenzung für ebene oder kleine Serien | Oberflächenvorbereitung, freigegebenes Material, Dicke/Lagen, Überlappung, Haftung, Ablösung und Rückstände |
| Opferplatte oder -einsatz | Austauschbare, aufprallabsorbierende Begrenzung | Position, Befestigung und Austausch, bevor Erosion die Grenze verändert |
| Integrierte Vorrichtungsabschirmung | Verbindet Lage und Schutz in der Serienkonfiguration | Vorrichtungsbezug, Verschleiß, Kontamination, Rückprall und Strahlzugang |
Tabelle 3. Keine Maskierungsfamilie ist generell überlegen; die vollständige qualifizierte Konfiguration ist anwendungsspezifisch.
Universelle Angaben zu Bandtyp, Lagenzahl, Überlappung oder Austauschintervall sind nicht belastbar. Strahlmittel, Beanspruchung durch den Strahl, Winkel, Bauteiloberfläche, Klebstoffverträglichkeit, Temperatur, Reinigungsroute und Funktionsanforderung bestimmen die qualifizierte Auswahl.
Wie werden wiederverwendbare Masken beherrscht?
| Kontrollpunkt | Festzulegen | Verhindertes Risiko |
|---|---|---|
| Werkzeugidentifikation | Eindeutige ID, Revision, zugehöriges Bauteil/Revision und Status | Einsatz einer plausiblen, aber falschen Maske |
| Einbau | Ausrichtung, Eingriffstiefe, Endposition, Befestigung und Fehlervermeidung | Grenzverschiebung, Lockerung, Undichtigkeit oder falsche Beladung |
| Prüfung vor Gebrauch | Sauberkeit, Passung, Kantengeometrie, Risse, Verformung, Verschleiß und Halteelemente | Einsatz außerhalb des qualifizierten Zustands |
| Austauschkriterium | Messbarer Verschleiß, Zyklusgrenze oder zustandsbezogene Aussonderung | Zunehmende Undichtigkeit, Grenzdrift oder Abschattung |
| Prozesswechselwirkung | Düsen-/Schleuderradrichtung, Abstand, Winkel, Bewegung, Maskenkante, Rückprall und Weg eingeschlossener Medien | Qualifizierung der Maske losgelöst von der Strahlführung |
| Prüfung nach der Behandlung | Geschützte Fläche, Grenze, angrenzender Bedeckungsgrad, Klebstoff-/Werkzeugrückstände, eingeschlossenes oder loses Strahlmittel und geforderte Maße | Abnahme nur deshalb, weil die Maske überstanden hat |
| Änderungslenkung | Prüfauslöser bei Änderung von Material, Lieferant, Konstruktion, Position, Standzeit, Bauteil oder Prozess | Ungeprüfte Übertragung außerhalb der qualifizierten Konfiguration |
Tabelle 4. Die Werkzeugkontrolle erhält den während der Qualifizierung nachgewiesenen Maskierungszustand.

Was umfasst die Prüfung nach der Behandlung?
- Keine unzulässigen Strahlspuren, Kontaminationen oder Werkzeugschäden auf geschützten Flächen.
- Grenzlage und Übergang innerhalb der Zeichnungs- oder Prozessplanforderung.
- Geforderter Bedeckungsgrad unmittelbar neben der Maske und an kritischer, schwer zugänglicher Geometrie.
- Keine Klebstoff-, Elastomer- oder Werkzeugrückstände, eingeschlossenen Fremdkörper oder losen Strahlmittelrückstände.
- Zulässige Gewinde, Bezugsflächen, Dichtflächen, Lagersitze, Bohrungen und andere Funktionsflächen.
- Geforderte Maße, Rauheit, Kontaktbedingungen und Sauberkeit.
Was bedeutet Maskierung beim Verfestigungsstrahlen?
Die Maskierung ist ein kontrolliertes Prozesswerkzeug. Sie schützt zeichnungsbezogene strahlfreie Flächen und legt Behandlungsgrenzen fest, ohne den erforderlichen Strahlzugang und Bedeckungsgrad auf der behandelten Seite zu beeinträchtigen.
Welche Flächen müssen maskiert werden?
Das bestimmen ausschließlich die kontrollierte Zeichnung, die herangezogene Spezifikation und der freigegebene Prozessplan. Gewinde, Bohrungen, Bezugsflächen, Lagersitze und Dichtflächen sind weder automatisch zu maskieren noch automatisch zu behandeln.
Kann eine Maske eine vollkommen scharfe Behandlungsgrenze erzeugen?
Die Zeichnung kann eine Linie festlegen; der physische Übergang kann jedoch Bereiche mit vollständiger oder teilweiser Bedeckung, Rückprall und einer veränderlichen Eindruckdichte umfassen. Zulässige Lage, Toleranz oder Übergangszone sind festzulegen und zu qualifizieren.
Belegt eine unberührte strahlfreie Fläche die Eignung der Maske?
Nein. Die vorgeschriebene Fläche kann abgeschattet sein, die Grenze kann sich verschoben haben oder die Maske kann die geschützte Oberfläche zerkratzt, eingedrückt oder verunreinigt haben. Beide Seiten und die Grenzzone sind zu prüfen.
Müssen Gewinde immer maskiert werden?
Nein. Manche Konstruktionen verlangen die Behandlung von Gewinden oder befestigungsbezogenen Merkmalen. Der Umfang darf nie aus der Merkmalsart abgeleitet werden; maßgebend ist die kontrollierte technische Dokumentation.
Darf eine wiederverwendbare Maske bis zum Bruch eingesetzt werden?
Nein. Erosion, Kantenverschleiß, Verformung oder Passungsverlust können die Grenze vor dem vollständigen Ausfall verschieben. Es gelten qualifizierte Prüf- und messbare oder zustandsbezogene Austauschkriterien.
Belegt korrekte Almen-Intensität die Eignung der Maskierung?
Nein. Die Almen-Intensität verifiziert die standardisierte Strahlreaktion. Grenzlage, angrenzender Bedeckungsgrad, geschützter Oberflächenzustand, Rückstände, eingeschlossene Medien und Funktion benötigen Bauteilnachweise.
Welche Angaben gehören in eine Anfrage zur Maskierung?
Benötigt werden Zeichnung und Revision, Behandlungszonen, strahlfreie Zonen und Übergangszonen, Werkstoff und Oberfläche, Spezifikationen, Intensität und Bedeckungsgrad, Geometrie, Mengen, Funktions-/Maßgrenzen und geforderte Aufzeichnungen.
Die wichtigsten Punkte
- Masken als qualifizierte Prozesswerkzeuge und nicht nur als Verbrauchsmaterial behandeln.
- Strahlfreie Seite, Übergang und Bedeckungsgrad auf der behandelten Seite gemeinsam beherrschen.
- Umfang aus freigegebener technischer Dokumentation und nicht aus der Merkmalsart ableiten.
- Abschattung, Rückprall, Undichtigkeit, Partikelbahn und Strahlmitteleinschluss getrennt bewerten.
- Wiederverwendbare Werkzeuge identifizieren, prüfen und austauschen, bevor Verschleiß die Grenze verschiebt.
- Maskenkonstruktion und Einbau in Prozessqualifizierung und Änderungslenkung einbeziehen.
Weiterführende Leitfäden von SP Center
- Bedeckungsgrad beim Verfestigungsstrahlen
- Auftreffwinkel beim Verfestigungsstrahlen
- Prozessfenster beim Verfestigungsstrahlen
Technische Quellen
1. SAE AMS2430U: Shot Peening, revised April 2018
2. SAE ARP7488: Peening Design and Process Control Guidelines, issued January 2018
3. SAE J2277_202301: Shot Peening Coverage Determination, revised January 2023
4. SAE J443_202512: Procedures for Determining and Verifying Peening Intensity, revised December 2025
5. SAE J2441_202511: Shot Peening, stabilized November 2025
6. Carek, Shot Peening for Ti-6Al-4V Alloy Compressor Blades, NASA TP-2711
Hinweis zu Normen: Maßgebend sind die vollständigen Revisionen aus Zeichnung, Vertrag und Kundenvorgaben. Dieser Leitfaden legt weder universelles Maskiermaterial noch allgemeine Grenztoleranz oder Austauschfrist fest.
Autor: Paweł Kmieć
Besprechen Sie Maskierung und Behandlungsgrenzen: +48 519 772 773 | [email protected]




